Was ist Kunsttherapie?

Ich kann doch nicht malen!

Kunsttherapie bedient sich künstlerischer Mittel, also Pinsel, Farben, Kreiden, Stifte, Ton usw so wie sich Gesprächstherapie der Sprache bedient, ohne, dass Sie dazu ein Dichter oder Schriftsteller sein müssten.

Wir leben in einer medialen Welt, Noch nie gab es so viele Symbole und optische Anreize wie heute. Ganz unbewusst nehmen wir diese Zeichen in uns auf und sie gesellen sich zu den intuitiven Bildern, die wir alle als universelles Bildwissen in uns tragen. Jeder Mensch kann Situationen, Themen und Gefühle bildlich ausdrücken, konkret, stilisiert oder abstrakt. Das heißt es geht hier nicht um die Gestaltung von Kunstwerken. Durch das entstandene "Bild", das greifbar vor einem liegt, eröffnen sich neue Möglichkeiten. Bilder helfen beim Denken, man kann sie auf den Kopf stellen, erweitern oder in sie hinein gehen. Unausgesprochenes oder  Unaussprechliches kann sich so mitteilen und Bilder können dem Wort die Türe öffnen.

 

Dass die Aussage "ich kann doch nicht malen!" nicht stimmt, zeigen uns täglich vielfach kleine Kinder, wenn sie - von Erwachsenen noch unbeeinflusst, einfach drauflos kritzeln, malen übermalen und Farben mit Lust verwenden. Erst wenn sie kritisiert und beurteilt werden beginnt die Scheu sich in Bildern zu zeigen.

Ich werde Ihre Bilder daher weder beurteilen noch kritisieren, auch werde nicht ich diese interpretieren, sondern Ihnen helfen, sie selbst zu lesen, zu interpretieren oder weiterzuentwickeln.

 

Wie relativ dabei das Urteil über den Wert von Gekritzel ist zeigt sich übrigens, wenn jemand unter ein Dokument ganz ernsthaft und rechtskräftig als Unterschrift "sein Gekritzel" setzt.